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Hessens Kneippianer tagen in Bad Homburg

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25. Mai
2 Min. Lesezeit

Kneipp: Von Doppelprädikatisierungen, Kneippiaden und dem Hessentag


Bad Homburg/Bad Nauheim.  Über Wasserquellen verfügt Bad Homburg zahlreich. Kein Wunder, dass die Anhänger des Wasserdoktors „Pfarrer Sebastian Kneipp“ im Kurhaus der Kreisstadt tagten. Der Kneipp-Bund Hessen lud Gäste und Delegierte zu seiner Landesversammlung in den Hochtaunus. Bad Homburgs Kneipp-Chef Wolf Nitz begrüßte mit Antje van der Heide, die Kreisbeigeordnete des Hochtaunuskreises, und mit Dr. Alfred Etzrodt Bad Homburgs Stadtverordnetenvorsteher. Beide erfuhren, dass Kneippen heute mehr ist, als Wassertreten und Güsse, auch wenn diese heute immer noch zentraler Bestandteil einer Kneippkur bilden. Neben dem Wasser verfügt die Kneipp-Lehre, seit 2015 immerhin Immaterielles Kulturerbe in Deutschland, über die Säulen Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Dr. Lutz Ehnert, Landesvorsitzender und Vizepräsident von Kneipp-Deutschland aus Butzbach, daneben auch praktizierender Kneipp-Badearzt in Bad Nauheim, stellt ein bundesweit einmaliges Modell vor: Das Kneipp-Bäder-Dreieck Wetterau und die Verknüpfung von Sole-Anwendungen und Kneipp-Kuren. Unter tatkräftiger Unterstützung des dortigen Landrates Jan Weckler haben sich die drei Bäder Bad Nauheim, Bad Vilbel und (Nidda-) Bad Salzhausen zum Dreieck geformt und stimmen ihre Kneipp-Aktivitäten aufeinander ab. Eine Kneipp-Radtour verbindet daher große Teile der Wetterau. Ehnert informierte seine Gäste in Bad Homburg, dass immer mehr klassische Heilbäder (Sole, Therme, Moor) sich zusätzlich nach Kneipp als Kneipp-Kurort oder gar Kneipp-Heilbad zertifizieren lassen.  Im kommenden Jahr findet in einer diese doppelt prädikatisierten Städte, in Bad Nauheim, die alle zwei Jahre stattfindende viertägige internationale „Kneippiade“ statt, die jeweils in einem anderen Land dieser Erde durchgeführt wird. 2027 ist also Hessen mit Bad Nauheim Ausrichter. Barbara Skarupke, Hüttenberger Kräuterfrau, erinnerte in ihrem Vortrag an die Heilkraft zahlreicher Pflanzen und Kräuter – und das nicht alles, was nach Champignon schmeckt, ein Pilz ist. Es könnten auch die Knospen des Spitzwegerichs sein. Peter Wolff, Kneipp-Vorsitzender aus Fulda und Stellvertreter Ehnerts, lud die Gäste und Delegierte für Juni nach Osthessen ein. Volle zehn Tagen stemmen die ehrenamtlichen Kneipp-Mitglieder zwischen dem 12. und 21. Juni, den Kneipp-Stand auf dem Hessentag in Fulda – direkt am Wassertretbecken in der Fuldaaue. Eine innovative Idee, die Wolff vorstellte, ist für fast jede Kommune machbar, zumal kaum Kosten entstehen: Überall dort wo eine Treppe im Öffentlichen Raum vorhanden ist, könnte man, so der politische Wille vorhanden ist, ein Schild mit vier Venenübungen anbringen und hätte mit einer „Kneipp-Venentreppe“ einen zusätzlichen Gesundheits- und Fitness-Ort. Wolf Nitz gab diese Anregung gleich an Dr. Etzrodt weiter. Mal sehen, vielleicht bekommt auch Bad Homburg eine oder mehrere Kneipp-Venentreppen.


Peter Wolff, Pressesprecher und stv. Vorsitzender Kneipp-Bund LV Hessen


v.l.: Wolf Nitz, Antje van der Heide, Dr. Alfred Etzrodt, Barbara Skarupke, Dr. Lutz Ehnert
v.l.: Wolf Nitz, Antje van der Heide, Dr. Alfred Etzrodt, Barbara Skarupke, Dr. Lutz Ehnert

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